Das Ende der liberalen Demokratien

Standard

Wir alle bekamen im Schulunterricht wohl einen Grundsatz immer wieder und wieder eingebläut:

 Die Demokratie ist die beste aller schlechten Regierungsformen

 Man brachte uns genauer gesagt eigentlich bei, dass die Demokratie eigentlich die beste Regierungsform sei, zumindest bis jemand eine bessere Möglichkeit gefunden hätte. Nun liegt zumindest meine Schulzeit „ein bis zwei“ Sommer zurück, aber geändert hat sich an dieser Tatsache eigentlich nie etwas.

Deutschland ist seit 1989 wiedervereinigt und eigentlich hat das mit der Demokratie seit dem ja irgendwie geklappt. Doch irgendwie war da doch immer ein schaler Beigeschmack gewesen, denn so richtig entscheiden konnte das Volk als Souverän ja nie wirklich. An diesem Gefühl ist natürlich auch die repräsentative Variante der Demokratie verantwortlich, die seit 1945 in diesem Land installiert wurde. Das wohl eindrücklichste Beispiel für die fatalen Möglichkeiten der repräsentativen Demokratie bot wohl Angela Merkel, als sie 2015 die Tore Deutschlands für Migranten aufstieß, die von den Medien zu Flüchtlingen umgemodelt wurden (die Tatsache ignorierend, dass diese Menschen durch mehrere sicher Drittländer gezogen waren). Wer hätte dieses Verhalten von Angela Merkel vorhersehen können?

Jedoch geschah 2017 die wohl aberwitzigste Willensbildung in der Geschichte der westlichen Zivilisation: die Wähler machten Angela Merkel erneut zur Bundeskanzlerin und bestätigten damit den Wahnsinn von 2015. Über die Gründe für diese Wahl möchte ich an dieser Stelle nichts mehr verlieren und anstelle dessen mit einem Zitat von Ayn Rand weiterfahren:

 Man kann die Realität ignorieren, aber man kann nicht die Konsequenzen der ignorierten Realität ignorieren.

 Die Bundestagswahl von 2017 hat eine Tragweite, die wohl nur in der Rückschau der Historiker ihr volles Gewicht verliehen bekommen wird. Wenn wir denn von freien und nicht manipulierten Wahlen ausgehen, wird diese Wahl den Untergang der liberalen Demokratien zumindest in Europa einleiten!

Erinnern wir uns kurz an dieser Stelle, was wir eigentlich unter einer liberalen Demokratie verstehen:

Freiheit, Grundrecht Schutz, Gleichheit vor dem Gesetz, Grundrechte die die Gesetzgebung einschränken, Gewaltenteilung, Bekenntnis zu einer marktwirtschaftlichen Wirtschaftsordnung, Politik der „unsichtbaren Hand“.

Es gibt aber ein offenes Geheimnis, dass niemals von der Politik oder den Medien angesprochen wird. Dabei geht es um eine völlig banale Tatsache, die man uns einfach „vorenthält“, deshalb ist eigenständiges Denken auch so wichtig!

Dieses Geheimnis lautet: Das was wir als liberale Demokratien verstehen, existiert im Grunde erst seit 1945. Dies gilt nicht nur für Deutschland, sondern schlicht und einfach für die ganze Welt. Alles was vorher war, war möglicherweise irgendwie demokratisch, aber keinesfalls so, wie wir uns das heute aus unserer Perspektive vorstellen!

Wir reden also von einem Zeitraum von gerade einmal 73 Jahren, in dem die Welt keiner einzigen wirklichen Belastungsprobe ausgesetzt war. Verstehen Sie mich nicht falsch: Es gab Kriege (Korea, Vietnam), es gab Naturkatastrophen (Tsunami, Vulkanausbrüche), Finanzkrisen usw. aber was davon hatte das Potenzial, dass Leben der betroffenen Nationen wirklich nachhaltig zu verändern. Ich spreche hier im Besonderen natürlich von dem Kontinent, auf dem wir leben: Europa.

Nun befanden wir uns Jahrzehnte auf der Insel der Glückseeligen und hatten keinerlei Impuls, über unseren Tellerrand hinweg zuschauen, obwohl es immer wieder Warner und Mahner gab. Wir hatten es uns aber gemütlich gemacht und überließen diese Art des Denkens aber mehrheitlich unseren politischen Repräsentanten. Hören wollten wir solche Informationen aber auch nicht, denn irgendwie sorgten die ja auch für schlechte Laune.

Ebenso haben wir für Jahrzehnte die Lage in Afrika ignoriert. Natürlich gab es Entwicklungs- und auch Wirtschaftshilfe, aber was damit genau passiert ist – hey, wo für hatten wir denn unsere Abgeordneten im Bundestag, den Entwicklungsminister und den Bundeskanzler. Außerdem gab und gibt es doch die UN, UNO, IWF und Weltbank. Die wurden ja schließlich von uns finanziert, also sollten die sich darum kümmern. Das machten diese Leute und Institutionen dann auch, aber erreichten sie irgendetwas damit? Oder vielleicht sogar das genaue Gegenteil von dem, was wir dachten, was sie tun würden?

In Afrika sterben auf der einen Seite Menschen durch Hunger und auf der anderen Seite explodiert dort die Überbevölkerung. Den Menschen dort geht es so schlecht wie eh und je, während lokale Machthaber sich die Taschen voll machen.

Momentan häufen sich die Meldungen, dass diesen Sommer noch mehr Migranten nach Europa (und damit vor allem nach Deutschland) kommen werden, als in den Vorjahren – obwohl wir zum jetzigen Zeitpunkt den Faktur „Familiennachzug“ überhaupt und dessen Wirkungen überhaupt nicht ermessen können. Gleichzeitig laufen auch die Resettlement-Projekte der EU kontinuierlich weiter.

Abstrahieren wir die Situation etwas, um sie fassbarer zu machen: Aus Afrika könnten in den nächsten Jahren jährlich steigende Migrantenströme nach Deutschland kommen, die auch hier bleiben werden. Hierbei ist es simple Arithmetik, wann die Sozialsysteme unseres Landes kollabieren werden. Selbstverständlich springt der Staat als Beitragszahler in die Sozialsysteme ein, dies geschieht aber mit Geld, dass vorher durch Steuern erwirtschaftet wurde. Bekanntlich kann Geld aber nur exakt einmal ausgegeben werden. Deshalb muss die korrekte Frage lauten: Wie lange dauert es, bis sämtliche verfügbare Mittel alleine für die Aufrechterhaltung der Sozialsysteme aufgewandt werden und was genau passiert eigentlich dann? Beginnt dann eine niemals endende Neuverschuldung zur Aufrechterhaltung der Sozialsysteme, oder wird es drastische Steuererhöhungen geben?

Dies ist die monetäre Seite der Flüchtlingskrise. Aber was ist mit der sozialen Komponente?

Deutschland ist ein flächenmäßig ausgesprochen kleines Land. Seine Infrastruktur im städtischen Bereich ist schon heute an der Belastungsgrenze angekommen. Wie soll eine faktisch unbegrenzte Aufnahme von Migranten eigentlich logistisch umgesetzt werden? Was passiert, wenn es vor allem im (begehrten) städtischen Raum keinerlei freie Wohnmöglichkeiten mehr gibt? Wie soll das Zusammenleben der Menschen geregelt werden, wenn schon heute soziale Reibereien zum Alltag gehören?

Ebenso sollte man sich gleichzeitig auch die Perspektive der Migranten ansehen. Welche Perspektiven hat denn ein junger Mann, der weder Lesen kann und auch niemals gearbeitet hat? Wo sind denn die Stellen für derart gering qualifizierte Arbeitskräfte? Wo und wie will man diese Menschen auf ein Bildungsniveau bringen, dass sie am deutschen Arbeitsmarkt partizipieren können? Wollen das diese Menschen überhaupt? Können wir diese Menschen dazu zwingen, wenn sie es nicht wollen?

Und dann wären da noch wir, die wir schon länger hier sind. Wollen wir die resultierenden Wirkungen aus der Migration eigentlich tragen? Hat uns jemand jemals dazu befragt? Warum eigentlich nicht? Was machen wir eigentlich, wenn alles so weitergeht, wie ich das hier skizziert habe? Was bedeutet das für unser Leben und das Leben unserer Frauen und Kinder?

Erlauben Sie mir jetzt, eine kleine Prognose für die nähere Zukunft abzugeben. Wie ich das bereits geschrieben habe, wurden 2015 ohne Sachzwang die Toren Deutschlands weit geöffnet und stehen seitdem sperrangelweit offen. Ein Großteil der deutschen Bevölkerung profitiert jedoch vom jetzigen Establishment und möchte, „dass alles so bleibt“.

Aber: Nichts wird so bleiben, wie es ist!

 Um die Lage in der EU und Deutschland einzuschätzen, haben wir einen verlässlichen Indikator und das ist die Lage in den Großstädten. Das hierzulande über die Unruhen der letzten Tage in Paris nicht berichtet wurde, sollte uns dabei zu denken geben.

In Deutschland gab es bereits ein Ereignis, dass die Hilflosigkeit von Polizei und Sicherheitsbehörden eindrücklich demonstriert hat: die Silvesternacht 2015/2016 in Köln. Die Rechnung ist ganz simpel: Sobald Menschengruppen gezielt und zeitgleich in mehreren Großstädten agieren, bricht die Lage zusammen. Davor hat die politische Führung auch tatsächlich Angst. Diese Angst konnte man auch bereits einmal in Deutschland spüren. Das war die Karnevalszeit 2016 als flächendecken aufgrund des Sturms Ruzica Karnevalszüge abgesagt wurden. Doch was passierte? Es gab strahlenden Sonnenschein und es wehte noch nicht einmal ein laues Lüftchen!

Hier spielte wohl eher die geographische Nähe von Köln und Düsseldorf und die beschränkte Personalstärke der Polizei dazu, dass nicht gleich in mehreren Großstädten die Karnevalszüge mit ausreichend Polizeipräsenz begleitet werden konnten zu frisch war noch die Erinnerung an die Kölner Silvesternacht. Dies glaubte man wohl der unklaren Sicherheitslage geschuldet zu haben …

Aber was passiert, wenn der „Kessel“ bundesweit unter Druck gerät? In Städten bietet sich schließlich jedes Wochenende, wenn genügend potenziell paarungsbereite Sexualpartner, die Gelegenheit einmal so „richtig auf den Putz“ zu hauen. Wie gesagt, es ist eine rein mathematische Frage:

Wann übersteigt das Chaos die stabilisierenden Faktoren?

Stellen wir uns an dieser Stelle einfach vor, dass dieser Zeitpunkt am kommenden Wochenende erreicht wäre. Die Medien würden zumindest anfänglich das tun, was sie auch in Köln für sehr lange Zeit getan haben: gezielte Desinformation betreiben. Doch durch die sozialen Medien und die enge Vernetzung in Deutschland würden Informationen durchsickern. Wenn nun die Situation in den Großstädten eskaliert, würde das keinesfalls im ganzen Land zu einem „Systemausfall“ kommen. Ganz im Gegenteil, der Status Quo würde im Land sehr lange erhalten werden. Dennoch würde aber der „Fall“ der Großstädte eine gewaltige Symbolwirkung haben und die Entwicklung in Gang setzen, von der nicht wenige Menschen mittlerweile glauben, dass sie überhaupt nicht mehr kommen würde.

Der Mensch kann auch als extrem hochentwickeltes Tier verstanden werden. Der Teil des Gehirns, den wir als Sitz der Vernunft und auch als Wissensspeicher für das Schöne, Wahre und Gute ansehen, ist der entwicklungsgeschichtlich neueste: der Neokortex. Neben diesem neuen Teil gibt es viele andere Strukturen, die erst dazu geführt haben, dass sich die Mensch zu seiner jetzigen Form entwickeln konnten: z.B. das Reptiliengehirn. Nun lautet die gängige These, dass der Mensch ja ach so vernunftbegabt ist. Dann schauen Sie zum Vergleich mal genauer hin, wie vernünftig sich der Mensch in seinem Auto auf der Autobahn verhält. Der ganze Irrsinn von stark überhöhter Geschwindigkeit, drängeln, Lichthupe und gewagten Fahrmanövern ist z.B. auf die Amgydala zurückzuführen. Dieser Teil des Gehirns dominiert unser Gehirn und bringt die Vernunft zum Schweigen. Dies ist kein Wunder, denn in vergangenen Tagen mussten wir zum Überleben ohne Denkpause handeln – z.B. wenn uns ein Tier angreifen wollte. Diese Zeiten sind lange vorbei, aber unser Gehirn ist immer noch das Alte!

Wenn sie im ländlichen Raum leben, ist ihnen vielleicht schon mal eine Ratte begegnet. Wenn sich diese Ratten nicht zufällig in ihrem Haus niedergelassen haben, sind diese Tiere zwar vielleicht kein schöner Anblick. Wirklich gefährlich sind diese Tiere aber eigentlich nicht, zumindest solange Sie eine Regel beherzigen: Treiben Sie eine Ratte niemals in die Enge! Die Ratte wiegt (hoffentlich) weit weniger als ein Zehntel ihres Körpergewichts, wird sich aber ohne zu zögern auf Sie stürzen. Es gibt Berichte von Hunden, in deren Schnauzen sich Ratten verbissen haben. Diese Ratten mussten zuerst erschlagen werden, damit man ihre Kiefer brechen konnte. Erst dann konnte man die Hunde von den Ratten befreien.

Manche Menschen binden sich Krawatten um, beschäftigen sich mit Poesie und spielen Geige. Andere Menschen haben sich ganz darauf spezialisiert, andere Menschen zu manipulieren. Nicht wenige Menschen fallen diesen Manipulationen zum Opfer und glauben deshalb, was sie glauben sollen. Fakt ist jedoch, dass der Mensch immer noch über die gleiche Hard- und Software wie vor 2000 Jahren verfügt. Die sogenannte Zivilisation wurde schon oft als millimeterdünner Firnis bezeichnet und exakt das ist sie: ein kultivierender Anstrich über dem Wilden, dem Archaischen und dem Brutalen.

Was aber kann passieren, wenn man Menschen in die Enge treibt?


Ihnen hat der Artikel gefallen und Sie wollen künftig mehr davon? Dann schicken Sie doch einfach eine Email mit dem Betreff „Newsletter“ an: info@stefanmueller.org

 

 

3 Gedanken zu “Das Ende der liberalen Demokratien

  1. Detlef Alsbach

    Um die letzte Frage Ihres großartigen Artikels zu beantworten, braucht es aus meiner Sicht eine Rückfrage. Von welchen Menschen ist hier die Rede? Bitte nicht von Deutschen, denn dann passiert gar nichts. Die Deutschen würden sich in der Enge, in der sie getrieben wurden, ebenso darin wühlen, wie eine Sau im Schlamm. Immer wieder kann man irgendwo lesen, dass erst etwas passieren muss, bevor die Deutschen aufstehen und sich wehren. Ach ja, was denn noch?

    Ob wir jemals eine Demokratie hatten, das bezweifele ich sehr. Klar, der Bürger konnte wählen, aber nur Personen oder Parteien. Hat er dann gewählt und die Partei hat die Versprechen nicht eingelöst, war der Bürger vier Jahre an seine eigene Wahl gebunden. Wahlen und Demokratie sind ausschließlich dazu da, dem Bürger vorzugaukeln, ein Mitsprache- oder Mitgestaltungsrecht zu haben.

  2. Triarius

    Die Deutschen haben schon einmal 6 Millionen Menschen einer unbeliebten Gruppierung getötet. Nun gibt es gewisse Fortschritte auf dem Bereich der Überwachungstechnik – heute könnte das leider Alles noch viel krasser passieren. Der Deutsche neigt zu Extremen, die Lage wird immer gefährlicher.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.